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zurück zur Homepage1. Individuell passende Golfschläger – eine Illusion wird Wirklichkeit

Einen Amateurgolfer mit ihm individuell passenden Golfschlägern wird man weltweit selten finden, da es bis heute nicht möglich ist, Golfschläger mit dieser Eigenschaft direkt herzustellen. Zwei aktuelle Entdeckungen sollen es nun möglich machen: die direkte Herstellung individuell passender Golfschläger, ohne diese nach deren Fertigung entweder durch Verbiegen der Hosel oder durch Verlängern oder Verkürzen der Schäfte aufwendig dem Golfer anpassen zu müssen.

Ein Golfschläger, der einem Golfer wirklich individuell passt (Abb.2+5+8), muss nämlich neben etlichen selbstverständlichen und vorher genau zu bestimmenden Eigenschaften besonders folgende Bedingung erfüllen: die Sohle des Schlägerkopfes berührt im Treffmoment genau mittig den Boden (Abb.2), um ein sonst zwangsläufiges Pushen (Abb.1) oder Pullen (Abb.3) gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3



Wie wichtig die mittige Sohlenberührung im Treffmoment bei den Tourspielern genommen wird, zeigt die häufige, mitunter tägliche Überprüfung und wenn nötig, die Nacheinstellung der Schläger durch Clubfitter oder durch sachkundige Betreuer. Bei den Amateurgolfern ist in der Regel die Schlägerkopfgeschwindigkeit jedoch nicht annähernd so hoch wie bei den Playing Pro's, doch wird auch hier, besonders durch einen sehr harten Schlag etwa gegen einen Stein, mitunter der Lie-Winkel verstellt, so dass der Schläger nicht mehr passt.

Die Ursache aller Probleme beim Herstellen von individuell passenden Golfschlägern liegt im besonderen Verhalten des Schlägerkopfes im Treffmoment. Das ‘Toe down type bending’, das typische Verziehen der Spitze der Sohle nach vorne unten mit gleichzeitigem Wölben des Schaftes nach vorne, vergrößert den Lie-Winkel bei den kurzen Eisen unter Umständen um mehr als 10° (Abb.10+11) und ist bei jedem Golfer individuell unterschiedlich und nicht im voraus zu bestimmen oder gar zu berechnen, etwa für die Fertigung von individuell passenden Golfschlägern.

Die Feststellung jedoch, ob ein Golfschläger individuell wirklich passt oder nicht passt, also ob er die vorher beschriebene Bedingung des mittigen Auftreffens der Sohle auf dem Boden im Treffmoment erfüllt, ist nur durch einen sogenannten Dynamic-Lie-Test (Abb.11) zu treffen, einem Verfahren nach dem Stand der Technik zur Bestimmung der Berührungslinien der Sohlen auf einem Testbrett, zweckmäßigerweise durch einen fähigen Clubfitter. Man kann sich daher vorstellen, dass viele Golfer ihren Schlägern diese Prozedur nur selten oder gar nie angedeihen lassen und man kann somit feststellen: die meisten Golfamateure spielen mit ihren nicht individuell passenden Golfschlägern (Abb.4+6+7+9).

Abb. 4

Abb. 5

Abb. 6



Auch vom Metall, aus dem Golfschlägerköpfe gefertigt werden, verlangt man schier Unmögliches. Einerseits muss es biegbar sein, um es überhaupt anpassen zu können, andererseits darf der Schlägerkopf sich bei einem harten Schlag nicht verstellen, das heisst, er sollte sich dann nicht verbiegen. Es tritt noch ein weiteres Problem auf: ein Golfschläger, der durch starkes Verbiegen des Hosels zu einem individuell passenden Golfschläger geworden ist, wird sich unter Umständen von selbst wieder mehr oder weniger zurückstellen, im Treffmoment also nicht mehr mittig den Boden berühren und daher nicht mehr passen.

Die erste Entdeckung betrifft die bei einem Dynamic-Lie-Test auf der Sohle des Schlägerkopfes entstehenden Berührungszonen bzw. Berührungslinien. Nach dem Stand der Technik sollen diese Berührungslinien gleiche Abstände haben bei Veränderung des sogenannten WIM, des Wrist-to-Floor at Impact (Abb.11), gleiche Werte im Treffmoment also. Man geht davon aus, dass bei Veränderung des WIM um 0,5 inch sich die Berührungslinien um 0,25 inch versetzen, und zwar bei Zunahme des WIM Richtung Heel, bei Abnahme des WIM Richtung Toe.

Die Sache mit den gleichen Abständen ist aber so nicht haltbar. Die Abstände werden nämlich bestimmt durch die 'sole-radii'. Diese Sohlen-Radien müssten sich bei gleichen Abständen der Berührungslinien auf einer Ebene in einem gemeinsamen Mittelpunkt treffen, was jedoch kaum zutrifft. Die Abstände sind übrigens mit entsprechender Vorrichtung leicht messbar. Obgleich der Autor in den letzten Jahren die Berührungslinien unzähliger Schlägerköpfe von verschiedenen Herstellern unter Veränderung der WIM-Werte vermessen hat, sind ihm nicht ein einziges Mal in etwa auch nur annähernd gleiche Abstände der Berührungslinien untergekommen, wie nach dem Stand der Technik vorausgesetzt wird.

Abb. 7

Abb. 8

Abb. 9



Die vorgenannten Messwerte der Berührungslinien werden nun in einer Tabelle erfasst und auf ein Template übertragen. Dieses Template lässt, nach einem Dynamic-Lie-Test auf die Sohle aufgelegt, die passende Golfschlägerlänge ablesen, nämlich die Länge, mit welcher der getestete Golfschläger genau mittig den Boden berühren würde. Ein patentes Verfahren also, um einen wirklich individuell passenden Golfschläger herzustellen, ohne ihn nachträglich etwa durch Verbiegen erst noch individuell passend machen zu müssen.

Ein Golfer spielt normalerweise mit 8 bis 10 Eisen, also mit Schlägern, die aus einem biegbaren Metall hergestellt sind. Es bliebe ein ziemlicher Aufwand, für jeden dieser Schläger das im vorigen Absatz beschriebene neue Verfahren mit Templates anzuwenden, obgleich dieses Vorgehen weit weniger aufwendig wäre, als zum Beispiel das nach dem Stand der Technik weltweit angewandte Dynamic-Lie-Test-Verfahren mit fälschlicherweise angenommenen gleichen Abständen auf der Sohle, um individuell passende Golfschläger herzustellen. Es wäre auch einfacher und sicherer, da man mit abzulesenden Werten verbiegen kann und nicht ausschließlich mit einer Angabe der Richtung, in die man verbiegen soll.

Abb. 10

Abb. 11


Nach dem Stand der Technik werden bei der Veränderung der WIM-Werte ebenfalls gleiche Veränderungen der Abstände bei den Lie-Werten angenommen, nämlich 1° Lie bei Veränderung des Abstandes der Berührungs-linien auf der Sohle um 0,25 inch bei Veränderung des WIM um 0,5 inch. Diese Annahme ist ebenfalls nicht haltbar sondern schlicht falsch, was mit einfachen Geometrie-Kenntnissen darzustellen wäre. Der Lie-Winkel-Unterschied zwischen PW und Eisen 9 kann nämlich ca. 1,8° betragen, während der Unterschied zwischen Eisen 4 und Eisen 3 dagegen nur ca. 0,7° beträgt.

Abb. 12

Also auch hier treffen wir wieder auf zum Teil sehr ungleiche Abstände, die mit Zunahme der Schlägerlängen abnehmen (Abb.12).

Mit Nutzung der Erkenntnisse aus den zwei Entdeckungen über die ungleichen Abstände sowohl bei den Sohlen-Radien als auch bei den Lie-Werten lassen sich aus einer Clubsize-Tabelle, die erstellt wurde nach dem Relative-Length-Fitting-Prinzip, nun nach Dynamic-Lie-Tests mit nur zwei Testschlägern und mit anschließender Messung der Sohlen mittels entsprechender Templates, durch Interpolation der Längendifferenzen mit den zwei Testschlägern, die Golfschlägerlängen und die Lie-Winkel eines Satzes von Eisenschlägern errechnen, den man sicher ohne jeden Zweifel als für den Golfer individuell passend bezeichnen kann. Zweckmäßigerweise sollte man dieses Interpolieren auf einem Bildschirm erledigen, woraufhin man das Ergebnis ausdrucken kann.

Der Golfschlägerindustrie und besonders den Clubmakern würden ebenfalls die Ergebnisse aus zwei Dynamic-Lie-Tests genügen, um ihre beliebten, bewährten Golfschlägerserien gegen Aufpreis nun auch für jeden interessierten Golfer individuell passend herstellen und liefern zu können.

Es ist darüber hinaus durchaus vorstellbar, mit nur einem Testschläger und dem dazugehörendem Template, Sätze individuell passender Golfschläger etwa für Kids zu fertigen, wobei man akzeptierbare Zugeständnisse bei den langen Eisen und bei den Hölzern hinnehmen müsste und auch könnte.

Templates für individuell passende Golfschläger mit zwei Dynamic-Lie-Tests


 

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